Welche kleinen Gesten der Wertschätzung machen deinen Alltag besonders?

Veröffentlicht in: Persönlich | 4

Als ich Jutta Büttner mit ihrer Blogparade entdeckt habe, musste ich dieser Einladung mitzumachen einfach folgen. Der Titel hat mich sehr berührt und motiviert von meinen Erfahrungen zu berichten.

Wie oft vergessen wir uns selbst, mit all unserem SEIN und TUN, zu schätzen. Wie oft vergessen wir andere Menschen, in ihrem SEIN und WIRKEN, zu schätzen. Viele Dinge nehmen wir einfach so an, ohne genauer hinzuschauen was jede einzelne Begegnung mit Menschen, Tieren, Pflanzen in uns bewegt. So finde ich es einfach super, diesen, meinen Beitrag zum Thema Wertschätzung zu schreiben.

Das allein ist schon ein großes Dankeschön an die Initiatorin der Blogparade, die aufgerufen hat, eigene wertschätzende Erlebnisse niederzuschreiben.

Als Kind und Jugendliche musste ich immer etwas tun, um ein Lob oder eine Anerkennung zu erhalten. Das ist vermutlich bei vielen meines Alters gleich. Wenn ich den Rasen gemäht hatte erhielt ich als Wertschätzung eine Tafel Schokolade. Wenn ich während meiner Lehrzeit den Nachbarn die Haare machen musste um die Freundschaft zu pflegen, bekam ich zwar ein paar Schillinge, doch wirklich viel Wertschätzung erhielt ich nicht, denn das gehörte zum Nachbarschaftswohlwollen dazu. Doch es gab auch nette Nachbarn die sich um meine Bedürfnisse kümmerten wenn es meiner Mutter mal nicht gut ging, oder sie arbeiten musste.

Ich war auch in der Schule meistens diejenige, die den kranken Schülern ihre Hausaufgaben nach Hause brachten. Ich habe wohl diese wertschätzende Haltung als hilfreiche Gabe mitbekommen.

Wirkliche, wahre Wertschätzung erlebte ich erst als ich erwachsen wurde, meinen eigenen Weg einschlug und mich als Friseurin in verschiedenen Friseursalons einbrachte.

In Arosa bekam ich von meiner Arbeitgeberin Sandra stets wertschätzende Worte und Handlungen. Sie nahm mich mit zu Festen, schenkte mir Massagen, lud mich ein zum Abendessen und ließ mir viel Freiraum. An vielen Arbeitsstätten erging es mir ebenso. Ich genoss diese wundervollen Erlebnisse sehr und gab so viel von mir, um zu zeigen, dass auch ich diese Momente sehr schätzte. Sie alle waren eine große Bereicherung in meinem Leben und sind es nach wie vor.

Mein Leben ist erfüllt von vielen Begegnungen mit Menschen, durch meine berufliche Tätigkeit als Wander-Naturfriseurin. In meiner Arbeitsweise ist Wertschätzung ein wichtiger Aspekt. Meine Kunden sind es mir wert, sie achtsam und mit großer Zuwendung zu empfangen. Sie liebevoll zu berühren, im Herzen und auch an ihren Haaren, ihrem Kopf und an den Schultern – dafür hole ich mir ihre Erlaubnis ein.

Da kommt manchmal ein erstauntes Gesicht zum Vorschein. Es sind schöne Momente, die für viele Kunden ganz neu sind, unerwartet und ungewohnt. Ich kenne es von meiner Ausbildung als konventionelle Friseurin. Doch die Arbeitsweise der Naturfriseurin hat mich so berührt, dass ich meiner lieben Freundin und ehemaligen Chefin Maria so dankbar bin für die Einschulung in diese Arbeitsphilosophie. Es ist ein völlig anderes „auf die Menschen zugehen“.

Meine Kunden schätzen die Zeit, die Ich ihnen schenke, die individuelle Beratung und den energetischen Haarschnitt in vollkommener Stille. Sie drücken ihre Dankbarkeit aus in einer Umarmung oder mit wundervollen lieben Worten, die mich sehr berühren.

Welche kleinen Gesten der Wertschätzung machen meinen Alltag besonders?

Wenn ich von meinen Reisen nach Hause komme, dann erwartet mich oft ein wundervolles gemeinsames Essen mit meinem Freund, das ich mir vor meiner Ankunft wünschen darf. Doch gerne lasse ich mich auch überraschen, denn mein Freund kocht liebend gerne und sehr gut! Ich freue mich darüber, wenn ich vom Bahnhof abgeholt werde, wenn ein Blumenstrauß auf dem Küchentisch platziert ist.

Ich schätze ein entgegengebrachtes Lächeln auf der Straße, einen warmen Händedruck, oder wenn mir von meinem Liebsten in den Mantel geholfen wird (ist ja nicht mehr selbstverständlich, oder?) Ich bin dankbar, wenn ich eine tolle Unterkunft zur Verfügung gestellt bekomme, wenn ich kostenlos bei Freunden wohnen kann, und wenn mir im Zug geholfen wird, wenn ich mit meinem IPhone mal wieder nicht ins Netz komme.

Von Auftraggeberinnen und KundInnen erhalte ich so oft kleine wertschätzende Geschenke die mein Herz erfreuen, oder sie laden mich spontan zu einem Kaffee ein. Ich erhalte Komplimente für meine Arbeit, die so vielen Menschen Freude macht. Letztes mal in Wien, habe ich von der lieben Anita eine selbst getöpferte „Traumschale“ erhalten. Sie überrascht mich jedes Mal mit einem kleinen, wertvollen Geschenk. Und wenn ich im Odenwald bin, werde ich oft auf Veranstaltungen eingeladen.

Ich mag die vielen Dankeschöns an jedem Tag und es gibt wirklich immer die Möglichkeit mir Selbst Danke zu sagen und auch einer Person, die mir begegnet.

Ob ich sie auf der Straße Grüße oder nur einen freundlichen Blick zu werfe, ob ich jemandem die Türe aufhalte oder sie an der Kasse vorlasse. Dies sind nur einige wertschätzende Handlungen, die ich in meinen Alltag integrieren kann. Und es macht so viel Freude den anderen Wertschätzung zu zeigen, denn es kommt so viel zurück. Ich könnte hier noch endlos viele Beispiel anführen.

Bestimmt gelingt es mir noch besser, wenn ich all diese kleinen Impulse, die mir entgegengebracht werden, selbst für die anderen anwende. In diesem Sinne wünsche ich uns allen ganz viele wertschätzende Momente, Begegnungen und Erfahrungen.

Hairzliche Grüße,

Susanne die Wander-Naturfriseurin & Haarenergetikerin

4 Antworten

    • Susanne Lins

      Hallo liebe Annette!
      Oh ja ich bin wirklich reich beschenkt. Es gäbe noch einiges zu nennen, doch das würde den Rahmen sprengen. 🙂

      Hairzliche Grüße,
      Susanne

  1. Jutta Büttner

    Liebe Susanne,
    was für ein inspirierender Artikel. Ich bin auf deinem Blog ins Schmöckern geraten.

    Danke dafür.

    Liebe Grüße
    Jutta Büttner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert