Susanne unterwegs im Feld bei nebel

Sind Haare wetterfühlig? – Ein feines Gespür zwischen Wetter und Wahrnehmung

Eine spannende Frage finde ich – ein immer wieder kehrender wunder Punkt.

Im Beitrag von Schweizer Wetteronline liest man, dass bei einem Gewitter die Haut zu kribbeln beginnt und sich die Haare aufrichten. Es knistert, die Spannung steigt.

Dieses Knistern nehmen wir oft auch ohne Gewitter wahr: dann wenn wir voller Energie sind, sozusagen aufgeladen, oder wir mit Materialien in Kontakt kommen, die elektrische Spannung erzeugen. Ein bekanntes Beispiel dafür sind Kämme und Bürsten aus Hartgummi.

Nicht umsonst heißt es, man solle sich bei Gewitter von Bäumen fernhalten, denn auch sie ziehen elektrische Ladung an. Betrachtet man einen Baum und unsere Haare genauer, zeigen sich erstaunliche Parallelen. Beide strecken bei Bedarf ihre Äste oder Haare wie Fühler aus, bereit auf das zu reagieren was in der Luft liegt.

Susannes Haar- Antennen verbunden mit dem Baum

Bei bestimmten Wetterausprägungen reagieren Haare auf eine ganz eigene Weise. Krause, lockige Haare gehen sofort mit der veränderten Luftfeuchtigkeit und kringeln sich. Noch mehr. Feines Haar fliegt, lässt sich nicht in Form bringen.

Die ungleichmäßige, aber hohe Ansammlung von Molekülen in der Luft trägt dazu bei, dass sich Haare an solchen Tagen einfach anders verhalten. Dieses Wissen hilft nicht viel, wenn man nicht weiß, wie man dagegen angehen kann.

Dabei kommt mir immer wieder der Werbespot der 80er Jahre in den Sinn: 3- Wetter Taft. Egal ob München, Paris, Rom – 3 Wetter Taft ist dein Begleiter und hält deine Frisur im Zaum. Aber nur in der Werbung!

Winter und Sommer, Kälte und Wärme nehmen einen starken Einfluss auf unsere Haare. Kälte zieht zusammen, auch Blutgefäße, was den Blutfluss verringert und somit die Nahrungszufuhr für unseren Haarwuchs. Wärme wiederum quillt Haar auf und birgt die Gefahr des Austrocknens. Deshalb ist es wichtig bei Wetterveränderungen auf eine gute Pflege zu achten.  

  • Die Kopfwäsche kurzhalten, mit kaltem Wasserguss beenden
  • Feuchtigkeit mit Aloe Vera zuführen
  • Die Haare vollständig trocknen – Fingerföhnen.
  • Mit Händen beruhigen

Falls du den Kopf an diesen besagten wetterfühligen Tagen nicht waschen willst, weil der sowieso brummt, nimm etwas Öl reibe es in den Händen und massiere sanft mit den Handflächen deine Kopfhaut. Streife durch das Haar, es beruhigt ungemein. Abschließend lege eine Handfläche an die Stirn und die andere in den Nacken.

Bleibe einige Minuten in dieser Haltung und spüre nach wie sich alles beruhigt – die Kopfhaut, der Atem, die Gedanken.

Auch meine Lieblingsübung, Haaryoga, kann an solchen Tagen eine Hilfe sein.

Susanne Haaryoga im Sitzen

Ob unsere Haare wirklich wetterfühlig sind, lässt sich vielleicht nicht eindeutig beantworten. Doch sie reagieren – spürbar, sichtbar und oft schneller als wir selbst. Sie kräuseln sich, fliegen davon, liegen schwer oder wirken kraftlos. Und manchmal erzählen sie damit auch etwas über uns: über Spannung, Trockenheit, Überforderung oder das Bedürfnis nach Ruhe.

Wenn wir beginnen unsere Haare nicht nur zu formen, sondern sie wahrzunehmen, werden sie zu feinen Sensoren für das was in der Luft liegt – außen wie innen. Wetterveränderungen laden uns ein achtsamer zu werden, langsamer, fürsorglicher.

Vielleicht geht es also weniger darum, das Wetter oder unsere Haare zu kontrollieren, sondern vielmehr darum, in Kontakt zu bleiben. Mit unserem Körper. Mit unseren Bedürfnissen. Und mit dem, was sich gerade verändern möchte.

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