Susanne berührt die Haare einer Kundin

Was, wenn Aura nicht nur das ist, was wir ausstrahlen?

Veröffentlicht in: Haarenergie stärken, Persönlich | 0

Vielleicht beginnt Aura genau dort, wo wir sie nicht sehen und womöglich entdecken wir plötzlich, dass sie viel näher bei uns beginnt als wir denken, nämlich bei unserem Haar.

Seit meinem letzten Gedanken über Aura begleitet mich diese Frage.

Vor ein paar Tagen habe ich in dem Buch Und ewig lockt das Haar von Gerhard Staguhn gelesen. Ein Gedanke darin hat mich besonders berührt: „Das Haar als Teil unserer Aura“.

Nicht so wie wir unser Haar im Normalfall sehen. Eher als etwas, das zu unserer Persönlichkeit gehört. Zu unserer Wirkung und zu dem, was wir ausstrahlen. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich:

Ist unser Haar viel mehr als das, was wir morgens im Spiegel betrachten?

Haare gehören ganz selbstverständlich zu unserem Körper. Und gleichzeitig wachsen sie aus uns heraus, so wie die Blumen auf der Wiese. Sie bewegen sich mit der Luft. Sie reagieren auf Feuchtigkeit, Wärme und auf Berührung. Haare sind ständig ein kleines Stück in Kontakt mit der Welt um uns herum. Vielleicht sind sie deshalb so besonders.

Das einzelne Haar wirkt unscheinbar, doch Millionen davon tragen unsere Geschichte mit. Dadurch dass wir sie verändern, schneiden, färben, verstecken, ablehnen, zeigen und lieben. An manchen Tagen kämpfen wir auch mit ihnen, wenn sie ihr Eigenleben genießen wollen.

Und manchmal verändern sich unsere Haare, während sich eigentlich etwas ganz anderes in unserem Leben verändert.

Wie beginnt Haarbewusstsein? Mit der Frage: „Wie möchte ich aussehen?“ oder mit der Frage: „Wie fühlt es sich gerade an?“

  • Wie fühlt sich mein Haar an?
  • Wie fühlt sich meine Kopfhaut an?
  • Wie fühlt es sich an, wenn meine Finger durch mein Haar gleiten?
  • Wo ist Spannung?
  • Wo ist Weichheit?
  • Was fühlt sich angenehm an?
  • Was vielleicht nicht?

Schon morgens schauen wir auf unsere Haare, dann auch mal tagsüber, vor allem um zu sehen, ob die Frisur noch sitzt, und eventuell abends vor dem Schlafen gehen. Aber wie oft nehmen wir sie wirklich wahr?

Wahrnehmung könnte der erste Schritt sein. Dabei muss ich nicht alles sofort verändern, auch nicht optimieren. Erst mal mit der Wahrnehmung beginnen.

Ein weiterer Gedanke aus dem Buch hat mich fasziniert: nämlich die Vorstellung vom Haar als einer Art Sinnesorgan. Grundsätzlich zählt das Haar nicht zu den 5 Sinnen die wir kennen. Könnte es womöglich zum 6. Sinn führen? Oh mein Gott, das geht grad sehr in die Tiefe. Ich merke eben körperlich und geistig dass sich in mir etwas bewegt, das noch nicht in Worte zu fassen ist. Meine Körperhaare zeigen eine Reaktion indem sich mir ein Schauer auflegt.

Dies ist jetzt ein nicht von mir geplanter Text gewesen. Da hat sich die geistige Welt mit eingebracht. Normalerweise passiert das nur, wenn ich den „feinfühligen, energetischen Haarschnitt ausführe.

Das Haar ist auch nicht mit einem Sinnesorgan im medizinischen Sinn gleichzusetzen. Doch alleine die Vorstellung reicht schon tiefer einzutauchen, denn seit jeher hat Haar etwas sinnliches, erotisches, betörendes, verführerisches an sich.

Und jeder, der schon einmal eine sanfte Berührung am Kopf erlebt hat, weiß: Da passiert etwas.

Vielleicht ist deshalb die Berührung bei einer Haarbehandlung so viel mehr als ein Handgriff.

Als Naturfriseurin erlebe ich das immer wieder. Es gibt diese Momente, in denen jemand plötzlich ruhiger wird Ich spüre wie sich der Atem verändert und die Schultern sich senken. Auch der Blick wird weicher. Da braucht es dann gar keine Worte mehr.

Vielleicht ist auch das eine Form von Aura?

Haare wachsen, sie verändern sich, Haare werden geschnitten, gefärbt und zu Locken geformt. Und irgendwann lösen sie sich ganz selbstverständlich von uns.

Ich mag diesen einen Gedanken des Haareschneidens besonders gerne. Denn ein Haarschnitt kann zu einem Ritual des Loslassens werden. Bestimmt nicht immer, und auch nicht für jeden.

Doch manchmal steht hinter dem Wunsch nach einer Veränderung eben nicht nur der Wunsch nach einer anderen Form, sondern nach einer neuen Erfahrung auf der Gefühlsebene, wie: Leichtigkeit, Freiheit, ein neuer Anfang.

Jetzt darf etwas gehen. Und das schöne daran ist, dass man gar nicht genau wissen muss was es ist. Manchmal reicht es, wenn man spürt, dass etwas nicht mehr zu einem gehört.

Je mehr ich begonnen habe mich mit Haarbewusstsein zu beschäftigen, desto weniger geht es für mich um die perfekte Frisur. Wozu muss sie perfekt sitzen? Wem muss sie gefallen: Mir oder den Anderen?

Mir geht es um das Verhältnis das wir zu unseren Haaren haben.

  • Dürfen sie leben?
  • Dürfen sie sich bewegen?
  • Dürfen sie ihre eigene Struktur zeigen?

Müssen wir sie immer kontrollieren, glätten, zähmen und in eine bestimmte Form bringen, oder schenken wir ihnen manchmal einfach nur Raum sich zu entfalten.

Ich liebe diesen Satz, den ich schon vor geraumer Zeit aufgeschrieben habe. Es war am Anfang meiner Unternehmensgründung als Wander-Naturfriseurin und Bloggerin. Darin liegt für mich mehr, als zunächst sichtbar ist.

Und dann ist da noch unser Ausdruck, denn Haare erzählen etwas über uns. Natürlich nicht immer bewusst und auch nicht immer eindeutig. Und ganz sicher nicht als einfache „Diagnose“ unserer Persönlichkeit.

Sie können jedoch Ausdruck sein von Lebensfreude, Veränderung, Selbstbewusstsein, Rückzug, Mut und von dem Wunsch, gesehen zu werden. Ebenso kann der Wunsch sein, einfach einmal in Ruhe gelassen zu werden.

Unsere Haare können sogar Teil unserer ganz persönlichen Sprache sein. Und das, noch bevor wir ein Wort sagen.

Somit schließt sich für mich wieder der Kreis zu meinem Anfangsgedanken über die Aura. Ich glaube auch nicht, dass wir Aura planen können, aber wir können Bedingungen schaffen, in denen etwas entstehen darf.

Dies gelingt uns durch, Aufmerksamkeit, Berührung, Ruhe und Wahrnehmung. In einer Begegnung, in der wir nicht nur auf das Äußere schauen, sondern den Menschen sehen.

Und deshalb beginnt eine gute Haarbehandlung bei mir nicht mit der Frage: „Was möchtest du mit deinen Haaren machen?“, sondern mit der Frage: „Was kann ich dir heute Gutes tun?“

Manchmal brauchst du eine Berührung, dann wieder die Stille im Raum oder auch eine komplette Veränderung. Vielleicht brauchst du auch nur ein Gespräch das deiner Seele gut tut, eine Kopfhautbürstenmassage oder einen feinfühligen Haarschnitt in einem geschützten Raum.

Tatsächlich geht es beim Haarbewusstsein genau darum:

Und vielleicht führt dieser Weg am Ende gar nicht zu einer „besseren“ Frisur, sondern zu einem besseren Gefühl für sich selbst.

Denn wie am Anfang schon erwähnt sind Haare nicht nur das, was wir auf dem Kopf tragen – Sie sind Teil unserer Geschichte, unseres Ausdrucks und unserer Wahrnehmung.

Ich persönlich sehe sie jetzt mit anderen Augen, nämlich auch als Teil unserer Aura.

Deshalb beginnt Aura für mich dort, wo wir sie nicht sehen aber spüren.

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